Abschied und Aufbruch

Unter diesem Motto stand der Konzertabend des Musikvereins am vergangenen Sonntag. Harry D. Bath beendete auf eigenen Wunsch seine Tätigkeit in Walddorfhäslach und reichte den Dirigentenstab weiter an Claudia Krohmer-Rebmann. Vorstand Alexander Konzelmann begrüßte neben dem Publikum auch die Schülerinnen und Schüler der Bläserklasse des BZN in Reutlingen. Martin Streicher führte charmant witzig wieder mit einzelnen Informationen zu den Kompositionen durch den Abend. Das musikalische Programm spiegelte das Thema des Abends wider. Ein großer musikalischer Bogen spannte sich von traurig elegischen Klängen bis hin zu tänzerisch fröhlichen Rhythmen. Der majestätische Marsch Cortège von “Mlada” von Nikolai Rimski-Korsakov war das Eröffnungsstück des Blasorchesters unter der Leitung von Harry Bath.

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„Corsican Litany“ von Vaclav Nelhybel setzte musikalisch eine Totenklage in Szene, die durch theatralisch gedehnte Passagen einen gewaltsamen Tod nicht ausschließen lässt. Mit der viersätzigen „Second Suite in F“ von Gustav Holst wird die anfänglich traurige Stimmung abgelöst von tänzerischen Elementen. Ein virtuoses Euphoniumsolo von Karl Schäfer leitete nochmals eine kurze traurige Passage ein, die sich schnell in eine temporeiche Gegenüberstellung von Greensleeves und dem Hauptthema des ersten Satzes wandelte. Sabine Schmid und Daniele Pfefferkorn waren die Solistinnen der „Celtic Flutes“ von Kurt Gäble.

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Ein Taktwechsel durch eine anspruchsvolle Flötenkadenz leitete über zu einem tänzerisch virtuosen Flötensolo. Ein anhaltender Applaus des Publikums und der Orchesterkollegen belohnte dieses herausragende Leistung. Mit „A Tribute to Gershwin“ verabschiedete sich das Blasorchester. „Swanee“, Gershwins ersten großen Hit von 1924, „Oh, Lady Be Good“, „Someone to Watch Over Me“ und „’s Wonderful“ läuteten mit Swing- und Jazz-Rhythmen die Pause ein. Begeisterter Beifall forderte natürlich eine Zugabe. Dieser Wunsch wurde mit dem „Bulgarischen Tanz“ von Zbysek Bittmar gerne erfüllt. Ein schottisches Volkslied bildete den endgültigen Abschluss des ersten Programmteils. Nach der Pause nahm das Jugendorchester auf der Bühne Platz. Zusammen mit dem Jugendorchester aus Großbettlingen unter der Leitung von Harry D. Bath konnten die Musikerinnen und Musiker ihr Können zeigen. Als Vorbereitung für die gemeinsame Konzertreise an Pfingsten war dieser Auftritt eine gute Gelegenheit, um das Zusammenspiel weiterzuentwickeln. Der „Glacier Express“ von Larry Neeck, dirigiert von Lena Leßmeister, nahm uns mit zu einer Reise durch die Schweizer Bergwelt.

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„Cloud(iu)s – der Wolkenmann“ von Thiemo Kraas sitzt in den Wolken und kann die Sonnen scheinen lassen oder Schnee und Regen aus den Wolken schütteln. Dirigiert wurde dieses Stück von Judith Armbruster.

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„Cataluna“ von Llano war das letzte Stück des Jugendorchesters. Mit der Zugabe „Tijuana Taxi“ verabschiedeten sich das Jugendorchester und machte Platz für die Bläserklasse des Gymnasiums Bildungszentrum Nord in Rommelsbach.

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Ihr Lehrer Volker Wüstling hatte mit den Schülerinnen und Schüler „A Sailors Adventure“ und „Woodpeckers Parade“, beides von Kees Vlak, eingeübt. Zusammen mit dem Jugendorchester beschlossen die Stücke „The Young Explorer“ von Kees Vlak und der „Beetle Boogie“ von Dick Ravenal den Konzertabend. Fast – denn nun sollte Harry standesgemäß verabschiedet werden. Unter der Leitung von Jochen Schmid verabschiedete sich Walddorfhäslach mit „Pomp and Circumstance Nr.1“ von seinem Dirigenten; das Stück hatte Harry zum Herbstkonzert 2012 mit dem Orchester einstudiert. Frau Bürgermeisterin Höflinger bedankte sich im Namen der Gemeinde bei Harry Bath. Sie bedauerte seinen Weggang, lobte seine musikalische Professionalität, sein großes persönliches Engagement und seine Fähigkeit, seine Begeisterung für Musik weiter zu tragen.

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Gleichzeitig wurde Claudia Krohmer-Rebmann als Nachfolgerin dem Publikum vorgestellt. Für vorerst ein Jahr wird die gebürtige Walddorferin den Dirigentenstab übernehmen. Mit einem aufmunternden Applaus wünschten ihr Publikum und Musiker einen erfolgreichen Einstieg in Walddorfhäslach.